50er Jahre Mode

Mode und Trends der Fünfziger

Rockabilly 50er Jahre Mode

Mit Beginn der 50er Jahre (Quelle: www.20jahrhundert.de) bildete sich, zuerst in den USA, eine Jugend-Protestkultur. Die Sinnsuche fand erst über die Literatur statt. "Der Fänger im Roggen" von J.D. Salinger (Kritik an der bigotten Gesellschaft), eröffnete u.a. die Rebellion gegen die Eltern und die Älteren auf breiter Front. Bis dato hatte die weiße amerikanische Jugend noch keine "eigene" Musik. Junge Musiker in den Südstaaten der USA mischten die Musikrichtungen "Schwarz"= Rhythm and Blues und "Weiß" = Country. Ihre Art der Interpretation war neu, aber nicht neu genug. 1954 erschien "That's all right, Mama" von Elvis Presley, Scottie Moore und Bill Black. Doch erst als um 1956 der Country/Hillbilly-Anteil (Image: Landei, provinziell) zurückgefahren wurde, setzte sich der neue Stil unter dem Namen Rockabilly (Rock a Billy) endgültig durch. Der Rhythmus entsprach dem Lebensgefühl der Jugend und bereitete den Weg für den jungen Lifestyle: Rockabilly.

Rockabilly

Interpreten wie Jerry Lee Lewis, Gene Vincent, Buddy Holly, Elvis Presley, Johnny Cash, Roy Orbison präsentierten sich während ihrer wilden Bühnenshows, die Aufruhr, Hysterie und Empörung auslösten, in einem Outfit, das der Kleidung der Country-People entlehnt war und von der Jugend 1:1 in ihren Alltag transportiert wurde und als Rockabilly Mode Furore machte. Das eigentliche Phänomen war jedoch die rasante Verbreitung des Rockabilly in der westlichen Welt. Aus dem Rockabilly entstand ziemlich rasch und fließend der Rock n Roll. In Deutschland wurden diese Jugendlichen als "Halbstarke" bezeichnet. Man erkannte sie an der typischen Haartolle, den "Nietenhosen", karierten Hemden, amerikanischen Unterhemden und Lederjacken. Die Mädchen trugen Petticoats und Nylons. Ihre Idole waren, neben den Sängern, die Schauspieler James Dean und Marlon Brando. Die Rockabillys waren das modische Bindeglied zwischen Teds und Rockern.

Anfang 1980 erlebte der Rockabilly der 50er Jahre ein Revival. Bis heute hat sich eine gar nicht so kleine Rockabilly-SZENE etabliert. Sie ist lebendiger denn je. Man trifft sich zu Festivals, Partys, Konzerten, auf Oldtimer-Sessions. Neben der Musik der 50er Jahre steht dabei die spezielle Rockabilly Kleider (Quelle: www.damen-kleider.info) im Mittelpunkt. Auf diesen Weekendern wird geradezu penibel auf kleinste Details der Rockabilly Mode geachtet. Die richtige Kleidung spielte und spielt für jeden ROCKABILLIE und jede Rockabella eine wichtige Rolle, ohne sie kein echtes Rockabilly Lebensgefühl.

Mode für Rockabillys

In den 50er Jahren galt ein gut gestylter "ROCKABILLIE" als "dufter Typ". Die heutige Rockabilly Kleidung (Quelle: www.20jahrhundert.de) nimmt die Stilelemente der 50er Jahre wieder auf. Erhältlich ist die Rockabilly Mode am ehesten über gut sortierte Online Shops. Dort bekommt der Rockabilly Fan seine Nietenhosen (umgekrempelte, nicht vorgewaschene Jeans), Worker-Jackets, College-Jacken, Western Cheetah, Motorradlederjacken. Auch Bowlinghemden, Cowboyhemden, Hawaiihemden, Workerhemden, Worker-T-Shirts, Dragstripshirts, werden aus den 50er Jahren in die heutige Rockabilly Mode übernommen. Wichtig auf den T-Shirts, Jacken und Hemden der Rockabilly Mode sind poppige Pin-Up-Prints, meist von der Ikone aller Pin-Up´s der 50er Jahre Rockabilly Zeiten, Bettie Page.

Auch Bombs away, Holy Virgin, Hot Chica, Motorcycles, Totenköpfe, 8-Ball, Würfel tauchen, oft in Verbindung mit der Signatur des Designers, auf. Zu einem Rockabilly Look mit Westernhemd (abgesetzte, bestickte Patten, Fransen, Taschen im Leopardendruck) gehört unbedingt ein Bolotie, eine Schnürsenkel- Krawatte. Etliche Rockabilly Fans bevorzugen den "Greaser Look". Ein Must, ausladende Haartolle und lange, seitliche Koteletten. Enge Jeans oder schwarze Stoffhosen. Besonders die flachen Schuhe mit den extrem dicken, weichen Kreppsohlen, die "Creepers", stehen für den Look. Ansonsten tragen die Rockabilly Anhänger Chucks und Bikerboots.

Rockabella Mode

Für das richtige Rockabilly Feeling, braucht die Rockabella (50er Jahre Name: "kesse/scharfe Mieze") ein rotes Kleid mit weißen Punkten (Polkatupfen/Polka Dots) oder einen knallbunten Tellerrock mit einem oder mehreren Petticoats (Quelle: www.damen-kleider.info) zur eng geschnittenen Bluse. Eine Schleife oder Blüte im Haar, Nylons und Mules-Schuhe (zehen- und fersenfreie High-Heels) oder weiße Söckchen und Ballerinas an den Füßen - und sie ist mittendrin im "typisch" 50er Jahre Rockabilly. Die weibliche Rockabilly Mode im 50er Jahre Look ist besonders feminin, streckenweise verspielt. Leicht ausgestellte, knielange Neckholder Plissee-Kleider (Marilyn Monroe lässt grüßen), Sommerkleider mit vielen kleinen Rüschen, Knie bedeckende Halterneck-Kleider mit Herzausschnitt im Vorderteil, gehören zur Rockabilly Standardgarderobe. Auch einer der mädchenhaften Glockenröcke mit einer ärmellosen, bauchfreien Bluse, darf nicht fehlen, wie die Bolerostola zum schulterfreien Abendkleid. Die 50er Jahre Rockabilly Mode brachte die engen, knielangen Röcke "Pencil-Skirts" (Bleistiftröcke), die nur kleine Schritte zu lassen, auf den Weg. Sie erfordern zwingend einen hohen Schuh, z.B. Stilettos. Kleider, Röcke, Blusen und Hemden im 50er Jahre Rockabilly- Western-Stil erleben im Zuge des Rockabilly Revivals, eine kleine Renaissance. Die klassischen Cocktailkleider der 50er Jahre waren von eher schlichter Elleganz, dezent dekolletiert, figurbetont. In der heutigen Rockabilly Szene tragen die Damen sowohl diese "brave" Variante, wie auch die tiefer und breiter dekolletierten der späteren Jahre.

Rockabella

Für den 1950er Jahre Look in der Rockabilly Modewelt sind Polka Dots (wobei der Begriff "Polka Tupfen" nicht aus Amerika stammt, sondern von dem wichtigsten deutschen Couturier der Nachkriegszeit, Heinz Oestergaard, 1945), Würfel, Vichy-Karos, Pepita-Muster, die berühmten Kirschen und natürlich die "Bad-Girl" Pin-Up´s aus den 50ern, allen voran Bettie Page symbolisch. Zum Ende der 50er Jahre hin, trugen dann auch die Frauen Jeans. Audrey Hepburn machte die Caprihose populär. Sehr provokant damals. Heute sind beide Kleidungsstücke Teil der Rockabilly Mode Szene wie des normalen Alltags.