50er Jahre Mode

Mode und Trends der Fünfziger

Stile und Richtungen der Fünziger Jahre

Die Stile und Richtungen, die in den 1950er Jahren auftraten, waren stets eng mit der Musik der Zeit verbunden und spielten eine große Rolle in dem zwischen den Generationen bestehenden Konflikt. Die konformistische Enge materiell orientierter Elternhäuser, in denen Triebverzicht, also braves, sparsames und fleißiges Verhalten zu den höchsten Tugenden zählte, traf auf die modern denkende Jugend dieser neuen Ära, die in vielen Bereichen aufgeklärter war, als die ältere Generation.

Eine wichtige Rolle spielte der Rock ´n´ Roll, den die Jugend als ihre Ausdrucksform empfand. Wilde Tänze und von der älteren Generation als unanständig angesehene Hüftschwünge ließen sich am besten in weit schwingenden Tellerröcken und Petticoats mit Pudelmotiv verwirklichen. Die Röcke wurden zusätzlich von Nylon- Unterröcken betont. Locker sitzende Hosen für den Mann waren für die Art von Tanz am vorteilhaftesten. Die ältere Generation war für diese Art von Kleidung zu konservativ.

Die Gruppierung der "Beatniks", zunächst als bedrohlich empfundene Gegengruppierung wahrgenommen, die vor allem aus Models, Designern und jungen kreativen bestand, wurde modisch meist durch enge schwarze Leggings, Oberbekleidung mit U-Boot- Ausschnitten, Pferdeschwanz und betonten Augenbrauen dargestellt (siehe Audrey Hepburn im Film "Ein süßer Fratz", Mitte der 50er).

Die so genannten "Halbstarken" orientierten sich modisch und in ihren Auftreten an amerikanischen Filmhelden wie James Dean ("Denn sie wissen nicht was sie tun") und Marlon Brando ("Der Wilde - The wild one"). Diese Gruppe von zumeist männlichen, aus er arbeiterklasse stammenden Jugendlichen, wurde in der Öffentlichkeit häufig als aggressiv wahrgenommen. Später meinte der Begriff auch Jugendliche allgemein. Haartollen und Blue- Jeans, früher auch noch unter dem Namen "Nietenhosen" bzw. "Arbeiterhosen" bekannt, karierte, kurzärmelige Hemden, T-Shirts, Leinenturnschuhe ("Chucks"), Cowboy- oder Fliegerstiefel und schwere Lederjacken gehörten zu den modischen Merkmalen dieser Gruppe. Durch diese Kleidungswahl grenzten sie sich bewusst von anderen Jugendkulturen ab und verdeutlichten ihre Rebellion gegen die Eltern- Generation. Mopeds und Motorräder gehörten ebenfalls zu den Accessoires dieser Jugendlichen, die sich in bandenähnlichen Verbänden häufig im Freien aufhielten und immer einen Kamm in der Tasche hatten, um die Haartolle nach einer rasanten Fahrt wieder richten zu können.

Eine weitere Gruppierung in den 1950er Jahren, waren die so genannten "Teddy Boys". Auch diese machten vor allem durch die Kleidung auf sich aufmerksam. Der typische Teddy Boy trug fast knielange Anzugjacken mit breitem Revers und farbig abgesetzten Applikationen. Diese Jacken wurden auch "Drapes" genannt und hatten ihren Ursprung in der Zeit des britischen Königs Edward VII. (1901 bis 1910). Daher auch der Name "Teddy Boys", denn Teddy ist eine Abkürzung bzw. ein Spitzname für Edward. Neben diesen Jacken trugen sie enge Hosen, die "Drainpipe Trousers" und Schuhe mit hohen Crepe- Sohlen. Die einzige Gemeinsamkeit mit den Halbstarken war die Haartolle, wie auch Elvis Presley sie trug. Auch auffällig gemusterte Anzugwesten gehörten zu den modischen Merkmalen der Teddy Boys. Ihre Musik war ebenfalls der Rock ´n´ Roll, der von der Generation der Eltern und Großeltern auch abwertend "Neger-" oder "Hottentotten- Musik" genannt wurde.